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Benzin abpumpen – die besten 3 Tipps im Überblick

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • Sicherheit geht vor: Benzin ist hochgiftig und krebserregend. Saugen Sie Kraftstoff niemals mit dem Mund an (Vergiftungsgefahr!).
  • Moderne Autos: Viele Fahrzeuge besitzen ein Rückschlagventil (Diebstahlschutz) im Tankstutzen, das das Einführen eines Schlauches verhindert.
  • Beste Methode: Nutzen Sie eine Handpumpe (Ballpumpe) für wenige Euro. Das ist sauber, sicher und effektiv.
  • Der Druck-Trick: Im Notfall funktioniert oft die „Zwei-Schlauch-Methode“ mittels Überdruck, ganz ohne Ansaugen.

Der Mythos hält sich hartnäckig: Benzin abpumpen ist nur etwas für Benzindiebe in Hollywood-Filmen. Doch im echten Leben gibt es viele legale Gründe, den Tank zu leeren.

Vielleicht haben Sie falsch getankt (Benzin statt Diesel?), möchten Ihr Motorrad oder den Rasenmäher winterfest machen, oder Sie benötigen Sprit für ein liegengebliebenes Fahrzeug. Doch Vorsicht: Wer hier unbedacht vorgeht, riskiert seine Gesundheit und hohe Umweltstrafen.

Das Problem bei modernen Autos (Diebstahlschutz)

Bevor Sie Schläuche kaufen, ein Dämpfer vorweg: Bei vielen modernen Fahrzeugen scheitert der klassische Schlauch-Trick. Die Hersteller verbauen oft Gitter oder Rückschlagventile im Einfüllstutzen, um Kraftstoffdiebstahl und das Auslaufen bei Unfällen zu verhindern.

Test: Kommen Sie mit dem Schlauch nicht bis zum Benzinpegel durch, hilft oft nur der Zugang über die Rücksitzbank (Wartungsöffnung der Kraftstoffpumpe) oder der Weg zur Werkstatt.

Methode 1: Der „Druck-Trick“ (Die Zwei-Schlauch-Methode)

Diese Methode nutzt Physik statt Lungenkraft. Sie erhöhen den Luftdruck im Tank, wodurch das Benzin von selbst in den Kanister gedrückt wird.

Was Sie benötigen:

  • Einen verschließbaren Benzinkanister.
  • Zwei Schläuche (ideal: transparent, ca. 2 cm Durchmesser). Ein langer (Ablauf) und ein kurzer (Luft).
  • Einen feuchten Lappen zum Abdichten.

So funktioniert es:

  1. Positionierung: Stellen Sie den Kanister auf den Boden (tiefer als der Tank!). Die Schwerkraft ist Ihr Helfer.
  2. Schläuche einführen: Schieben Sie den langen Schlauch tief in den Tank (bis ins Benzin). Der kurze Schlauch kommt nur ein kleines Stück hinein (in die Luftblase oben).
  3. Abdichten: Wickeln Sie den feuchten Lappen fest um beide Schläuche am Tankstutzen. Es darf keine Luft entweichen!
  4. Druck aufbauen: Blasen Sie nun Luft in den kurzen Schlauch (am besten mit einer Luftpumpe, zur Not vorsichtig pusten).
  5. Fluss starten: Der Überdruck im Tank presst das Benzin durch den langen Schlauch in den Kanister. Sobald es fließt, können Sie aufhören zu pumpen – das Siphon-Prinzip läuft von allein weiter.

Methode 2: Die Absaugpumpe (Die Profi-Lösung)

Wer nicht improvisieren will (und Benzingeschmack hasst), investiert in eine einfache Ölabsaugpumpe oder Umfüllpumpe. Diese gibt es oft schon für unter 15 Euro.

Die Vorteile:

  • Kein Kontakt mit giftigen Dämpfen.
  • Kein Risiko, Benzin zu verschlucken.
  • Saubere Handhabung.

Anwendung:
Der Schlauch wird in den Tank geführt, der Handbalg oder Pumpmechanismus betätigt, bis das Benzin fließt. Wichtig: Achten Sie auf die Flussrichtung (Pfeil auf der Pumpe), damit Sie nicht Luft in den Tank pumpen statt Benzin heraus.

Reinigen Sie die Pumpe danach mit Seifenwasser und lassen Sie sie auslüften, damit die Gummiteile nicht porös werden.

Wichtige Sicherheitsregeln

Wichtig!
Egal welche Methode du verwenden willst, folgende Vorsichtsmaßnahmen gelten bei allem Methoden:

  • Brandgefahr: Absolutes Rauchverbot! Kein offenes Feuer oder Funkenflug in der Nähe.
  • Dämpfe: Arbeiten Sie nur im Freien. Benzindämpfe sind schwerer als Luft und sammeln sich am Boden.
  • Umweltschutz: Kein Tropfen darf ins Erdreich gelangen. Nutzen Sie große Unterlagen. Verstöße werden mit enormen Bußgeldern geahndet.

Warnung: Benzin mit dem Mund ansaugen?

⛔ Experte warnt: Nicht nachmachen!
Die klassische Methode „Schlauch in den Mund und saugen“ ist lebensgefährlich.

Warum Sie es lassen sollten:
Benzin enthält Benzol und andere Kohlenwasserstoffe.
1. Verschlucken: Führt zu schwerer Übelkeit, Verätzungen der Speiseröhre und Leberschäden.
2. Aspirationsgefahr: Wenn Benzin beim Verschlucken in die Lunge gerät (was beim Hustenreflex oft passiert), droht eine chemische Lungenentzündung, die tödlich enden kann.
3. Dämpfe: Allein das Einatmen der konzentrierten Dämpfe aus dem Schlauch kann zu Benommenheit und Ohnmacht führen.

Falls es doch passiert ist:
KEIN Erbrechen herbeiführen (Gefahr für die Lunge)! Sofort Wasser trinken und den Notarzt oder Giftnotruf wählen.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Darf ich Benzin überall abpumpen?

Rechtlich gesehen ja, solange es Ihr eigenes Fahrzeug ist und kein Kraftstoff in die Umwelt gelangt. Auf öffentlichen Straßen sollten Sie dies jedoch nur im Pannenfall tun und die Stelle gut absichern.

Was mache ich, wenn ich Falsch getankt habe?

Starten Sie auf keinen Fall den Motor! Sobald die Zündung an ist, verteilt die Benzinpumpe den falschen Kraftstoff im System. Das Abpumpen über den Tankstutzen reicht oft nicht aus, da Reste in den Leitungen bleiben. Hier hilft meist nur der professionelle Service einer Werkstatt.

Wohin mit dem alten Benzin?

Verschmutztes oder altes Benzin (z.B. aus dem Rasenmäher) ist Sondermüll. Sie können es in geeigneten Kanistern beim örtlichen Wertstoffhof oder bei Schadstoffsammelstellen abgeben. Kippen Sie es niemals in den Abfluss!

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